Flexible Paketkästen – die Empfangslösung für Mehrfamilienhäuser

Die ersten Paketkästen sind vor allem für Einfamilienhäuser geeignet

Paketkästen für Einfamilienhäuser gibt es inzwischen schon eine ganze Weile. Die Deutsche Post-Tochter DHL hat bereits Mitte 2014 damit begonnen, erste Paketkästen bei ihren Kunden zu installieren. Ein Problem dieser Lösung besteht darin, dass bislang nur DHL-Zusteller die Kästen nutzen können. Internethändler, die mit anderen Paketdienste zusammenarbeiten, sind bei dieser Lösung außen vor und damit auch deren Kunden. Außerdem sind die Paketkästen sperrig und müssen aus Platzmangel meist fest im Vorgarten des Hauses angebracht werden. Für Ein- oder Zweifamilienhäuser im Vorstadtbereich sind sie daher sicherlich gut geeignet, für den Flur eines Mehrfamilienhauses aber eher weniger.

 

Bewohner von Mehrfamilienhäusern blieben bisher weitgehend unberücksichtigt

Da die Mehrheit der deutschen Bevölkerung als Mieter in Mehrfamilienhäusern lebt (23 Mio. Haushalte gegenüber 19 Mio. Haushalten in Ein- bzw. Zweifamilienhäusern), müssen alternative Lösungen für dieses Problem entwickelt werden. Die große Mehrheit der E-Commerce-Kunden ist aktuell noch auf externe Paketstationen oder eben den freundlichen Nachbarn angewiesen. Die Tatsache, dass viele berufstätige Städter zu Geschäftszeiten selten zuhause anzutreffen sind, verschärft das Problem noch weiter. Im Klartext bedeutet das, dass in der Regel niemand da ist, der die Pakete annehmen kann und Sendungen daher oft zurückgehen.

 

In den Markt kommt Bewegung

Doch inzwischen hat sich einiges getan und mehrere alternative Lösungen sind bereits verfügbar. Dabei handelt es sich zumeist um anbieterunabhängige, offene Systeme, die sehr flexibel eingesetzt werden können. Auf unserer Paketkasten-Vergleich Internetseite finden Sie eine umfassende Übersicht zu den Anbietern solcher flexiblen Lösungen. DHL Paket arbeitet an einer Lösung, und dass auch die direkte Konkurrenz nicht schläft, zeigt der Zusammenschluss von Hermes, DPD und GLS, die mit dem ParcelLock-System im Sommer 2016 ebenfalls ein zustellerneutrales Paketkastensystem auf den Markt bringen wollen. Ganz so neutral wie er beworben wird, ist der gemeinsame Standard der drei Post-Wettbewerber allerdings nicht – der Marktführer DHL ist bis jetzt nämlich noch nicht mit von der Partie.

 

Was sind die Anforderungen an flexible Paketkastensysteme?

Die neuen Paketkästen müssen unkompliziert gehandhabt werden können. Eine einfache und schnelle Anbringung sowie Abnahme des Paketkastens ist besonders wichtig. Nur so werden lebenswichtige Fluchtwege im Notfall nicht blockiert. Sie müssen an einer Tür angebracht werden können, ohne dass sie diese beschädigen. Dazu bedarf es einer speziellen Vorrichtung. Schließlich müsste eine feste Lösung mit einem starren Paketkasten erst aufwendig im Hausflur installiert werden und würde zu viel Platz in Anspruch nehmen. Was wiederum den meisten Vermietern nicht gefallen dürfte.

Flexible Paketkästen sollten außerdem auf kleinstem Raum verstaut werden können. Platz ist in vielen Stadtwohnungen oftmals Mangelware. Robuste Materialien sowie ein Sicherheitsschloss, das vom Paketboten problemlos bedient werden kann, gehören ebenfalls zur Grundausstattung einer funktionierenden Lösung.

 

Flexible Paketkastensysteme mit Vorteilen für alle beteiligten Parteien

Kurzum – der Markt für Paketkästen ist in Bewegung. Flexible, alternative Systeme tragen dazu bei, die geniale Paketkasten-Erfindung auch den Bewohnern von Mehrfamilienhäusern zugänglich zu machen. Ein echter Vorteil für alle Beteiligten und wahrscheinlich der Durchbruch für die mobilen Briefkästen 2.0 – damit Pakete endlich so selbstverständlich empfangen werden können, wie wir es von Briefen heute schon kennen.

Smiling Young Woman Receiving Courier From Delivery Man At Home

Idealfall persönliche Paketübergabe – doch leider ist oft niemand zuhause, wenn ein Paket ankommt

Bild: Andrey Popov@fotolia.com

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